ARD Monitor: Bildungschancen – Die Spaltung beginnt bereits in der Grundschule

Hiermit möchte ich mal den Satz soziale Vergleichsmöglichkeiten in Ghettos und deren Auswirkung auf mehr oder – eher – weniger kreative Lösungswege zur gesellschaftlichen Teilhabe meines vorangegangen Posts mit einem Fernsehbeitrag unterstreichen (TV Tipp via B* — Danke):

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3 Antworten zu “ARD Monitor: Bildungschancen – Die Spaltung beginnt bereits in der Grundschule”

  1. K. sagt:

    Schlimm finde ich, dass dies 1989 schon genauso war, und sich seitdem anscheinend nichts geändert hat!
    Damals bin ich als einzige meiner Grundschulklasse (gelegen in einem als gerne mal als “assi” bezeichneten Düsseldorfer Stadtteil) aufs Gymnasium gewechselt.
    Schade, dass der Fernsehbeitrag feststellt, dass nur Akademiker-Familien ihren Kindern gute Startchancen für’s Leben mitgeben können. Ein sich kümmerndes Elternteil, das seinem Kind bei den Hausaufgaben hilft, Sportaktivitäten ermöglicht, Musikunterricht ermöglicht etc., Frühstück macht und Pausenbrote schmiert, wird man nicht ausschließlich oder automatisch mit Uniabschluss!

  2. admin sagt:

    (zitat K.) Ein sich kümmerndes Elternteil, das seinem Kind bei den Hausaufgaben hilft, Sportaktivitäten ermöglicht, Musikunterricht ermöglicht etc., Frühstück macht und Pausenbrote schmiert, wird man nicht ausschließlich oder automatisch mit Uniabschluss! (/zitat)

    Ja du hast recht. Es ist mal wieder ein typisches – insbesondere – Bildmedienproblem, dass Sachen plakativ und Extremst dargestellt werden. Das ist stigmatisierend. Gut, dass du darauf hinweist!! Schade auch, dass das bei den öffentlich rechtlichen passiert, denn wir bezahlen für Qualität und diese sollten doch etwas differenzierter berichten. Damit Vorurteilen und Vereinfachungen in der Wahrnehmung mal Einhalt geboten wird.

    Nur bezüglich des Musikunterrichts finde ich es – meines Gefühls nach – habe keine Statistiken – leider schon auffällig ist, dass z.B. unter Komponisten eher Menschen sind, die schon in bildungsnahen Haushalten sozialisiert wurden. Aber ist eben nur ein Gefühl und die anderen tummeln sich vielleicht eher in Bands oder so.

    Und ich denke z.B. deshalb, dass eben in bildungsnahen Schichten im Großen und Ganzen ein anderes Bewusstsein und eben finanziell auch andere Möglichkeiten bestehen, Kinder zu fördern. Das entsteht – glaube ich – auch aus dem, was man sieht, was möglich ist.

    Also ich behaupte, dass es eben auch davon abhängig ist, welche Finanzen und eben Vergleichsmöglichkeiten man hat, ob man z.B. umfangreichen Musikunterricht unterstützt oder nicht. Hat man selbst schon mal woanders gelebt oder ist z.B. in der Kirche oder ähnlichem verankert sieht man auch solche Möglichkeiten und möchte sie seinem Kind eröffnen.

    Z.B. kenn ich Jemand, der gesagt hat, ich habe auch nur Mittelschule gemacht, das reicht. Er hatte aufgrund seines Umfelds keine differenzierten Vergleichsmöglichkeiten, was noch drin ist. Dann machte er einen Ein Euro Job an einer Grundschule und erfuhr durch die Lehrer etwas über Förderung und Möglichkeiten. Jetzt versucht er seinem Kind Nachhilfe zu finanzieren, damit es Abitur machen kann.

    Es gibt also immer wieder auch diese Beispiele. Zum Glück. Und toll wäre natürlich, wenn man auf diese Ausnahmen auch verweist, denn damit könnte man auch noch besser verdeutlichen, wie wichtig solche Vergleichsmöglichkeiten sind.

    Ich finde, man sollte diese Ausnahmen aber nicht nutzen, um alles so bestehen zu lassen wie es ist. Denn ich nehme “Ghettoisierung” als gesellschaftliches Problem und Ausgrenzung von Chancen wahr. Aber vielleicht bin ich auch pessimistisch und übersensibel.

  3. admin sagt:

    Und man sollte natürlich nicht so tun, als würden Eltern bestimmter Schichten ihren Kindern alle “kein Butterbrot schmieren” oder “keine Hausaufgaben betreuen”. Das ist wirklich populistisch. Und das sind dann wahrscheinlich auch eher die Ausnahmen.

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