Allgemeines Stammtischbla

<zitat http://www.faz.net/artikel/C30770/deutschlands-schulden-zeit-zum-aufwachen-30463476.html>

Alle finanzpolitischen Nachhaltigkeitsanalysen zeigen, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. „Unter dem Strich“ sind auch höhere Steuerbelastungen für Gutverdienende eine schlechte Lösung. Dringend benötigte ausländische Fachleute werden abgeschreckt, und die Auswanderung gut ausgebildeter deutscher Arbeitskräfte wird gefördert, was mittelbar auch die öffentlichen Kassen schädigt. Es gibt nur einen dauerhaften Erfolg versprechenden Weg aus der Etatmisere: die nachhaltige Kürzung der konsumtiven Staatsausgaben und die Senkung der enormen Schuldenlast durch Privatisierung öffentlicher Unternehmen.

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Das sehe ich anders. Menschen sind nicht nur rational handelnde Ökonomen. Wenn man die Mittel- und Unterklasse entlastet, alle möglichen Ausnahmeregelungen weglässt und die Spitzenverdiener mehr belastet, finde ich es gerecht. Und ich denke, wer von sich sagt, dass ihm die Gesellschaft wichtig ist, der sollte auch bereit sein, in öffentliche Kassen zu zahlen und nicht nur persönlich Geld anzuhäufen und eigene Projekte anzuregen. Und ja es gibt Steuerflüchtlinge… ich habe kein Patentrezept damit umzugehen, aber solche Egoisten zu belohnen, finde ich doof. Ab einem bestimmten Einkommen, steigt das erfahrene Glück nicht mehr, man muss ihnen irgendwie klar machen, dass sie zwar was leisten und dafür auch mehr erhalten, aber dass zu Leistung auch zählt, etwas über den gesetzlichen Weg zur Gesellschaft beizutragen. Der Leistungsbegriff muss vielleicht anders, weniger egoistisch, definiert werden. ;)
 
Ich habe nix gegen eigene Bildungsprojekte oder sonstige soziale Projekte, die viele besser Verdienende in Eigeninitiative anregen, um etwas für die Gesellschaft zu leisten, nur muss man sich auch vor Augen führen – behaupte ich – dass diese “nur” notwendig sind, weil die öffentlichen Kassen zu wenig Geld haben, um da was zu machen. Es sind Lochstopfer. Und ja sie sind notwendig, weil da so viel Bedürftigkeit herrscht, aber immer nur zusätzlich zum gesetzlichen Steuerfinanzierten Weg. Also sind auch höhere Steuersätze für Spitzenverdiener meines Erachtens nach gerechtfertigt.
 
Und dass Investitionen in Bildung, Forschung und Wissenschaft nicht als Investitionskosten, sondern als Konsumtive Kosten verbucht werden, ist auch falsch, behaupte ich frech. Denn es handelt sich dabei nicht um Konsum, sondern um wichtige Investitionen in unsere Wissensgesellschaft. Nur mit solchen Investitionen wird es uns zukunftig auch gut gehen. Konsumtive Kosten sind meiner Meinung nach Bankrettungen, ist passiert, aber kann man da nicht mal was aushandeln, dass man das Geld auch teilweise wiederkriegt? Wenn man da als Gesellschaft geholfen hat, Egoismus auszubügeln?
 
Ich habe keine Ahnung, aber die immer weiter steigende Prokopfverschuldung finde ich auch nicht cool und nachhaltig. Jedoch ist die Frage, warum wir immer an Sozialleistungen sparen müssen, die konsumtive Kosten genannt werden. Soziale Martkwirtschaft ist wichtig und heißt nicht, dass wir ständig Firmen Geld in den Rachen werfen müssen. Oftmals werden Firmen Steuergelder hinterhergeworfen, weil diese dann versprechen am Standort zu bleiben, aber die lachen uns doch aus. In ein paar Jahren “verpissen” sie sich doch und wir haben denen Geld gegeben und dann doch auch noch die Kosten für die verlorenen Arbeitsplätze zu tragen. Darüber müsste man mal nachdenken, wie man sowas in den Griff bekommt und ob überhaupt. Und warum das so ist? Mangelndes Verantwortungsgefühl der Vorstände? Dann doch auch lieber den Mittelstand steuerlich entlasten, der sich noch verantwortlich fühlt für seinen Laden und deshalb am Standort bleibt und dort Arbeitsplätze schafft, die Steuereinnahmen bringen. Wobei auch da gibts schwarze Schafe, insbesondere – behaupte ich – in der Medienbranche, vielleicht weils da der Konkurrenzdruck zu groß ist. Deshalb vielleicht Patente fördern? Innovationen? Geschäftsgründungen, die auf Innovationen beruhen? Auch Großbetriebe, die bereit sind, Innovationen umzusetzen?
 
Tausend Fragen über die man mal nachdenken sollte, anstatt wie eh und je immer im sozialen zu sparen, mit Sozial- und Bildungshaushalt haben wir seit Ewigkeiten die Prokopfverschuldung nicht in den Griff bekommen. Vielleicht probieren wir es mal mit sozialem Verhalten und Denken über neue Wege nach?
 
Soviel erstmal von mir, jetzt sollte ich mich aber auch mal ans Tagwerk machen und nicht weiter hier Zeit vertrödeln. Hat mich nur zu sehr aufgeregt gerade. ;)

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